Wichtige Fragen

Der Sportbootführerschein Binnen – oder See?

Der Sportbootführerschein Binnen ist das “Internationale Zertifikat A” und der amtliche Pflichtführerschein für das Befahren von Flüssen, Binnenseen und Kanälen in der Bundesrepublik Deutschland. Er gilt für Sportboote und Yachten mit Maschinenantrieb bis zu 15 m Gesamtlänge. Führerscheinpflicht bleibt auf dem Rhein unverändert für Motorboote und Yachten bei 3.68 kW (5 PS) bestehen.  In den Berliner Gewässern gilt generelle Führerscheinpflicht und ab 3 m² Segelfläche für Segelboote. Auf den anderen Gewässern gilt der Bootsführerschein Binnen ab 11,03 kW (15 PS). Erlangen kann man diesen Führerschein ab den 16. Lebensjahren. Aus der Theorieprüfung zum Sportbootführerschein Binnen wird der “allgemeine Teil” (Teil A mit 72 Fragen) auch auf den Sportbootführerschein See anerkannt. Aus der Praxis werden ebenfalls Teile (z. B. seemännischen Knoten) auf den SBF See anerkannt und müssen nicht noch einmal nachgewiesen werden.

Der Sportbootführerschein See ist das “Internationale Zertifikat B” und gültiger Pflichtführerschein für das Befahren von Seeschifffahrtsstraßen an der Küste und auf dem Meer. Er gilt innerhalb der 3-Seemeilen-Zone und auf dem Nord-Ostsee-Kanal sowie vieler Flussmündungen (Elbe, Weser, Ems). Im Ausland wird er benötigt um Yachten zu chartern (Ijsselmeer, Kroatien). Der SBF See berechtigt zum Führen eines Sportbootes oder einer Yacht und ist bei einer Motorisierung von mehr als 11,03 KW (15PS) vorgeschrieben. Die bestandene Praxisprüfung wird auf den SBF Binnen anerkannt, der “allgemeine Teil” (Teil A mit 72 Fragen) wird auch auf den Sportbootführerschein Binnen anerkannt.

Kombinationskurse – Binnen und See zur selben Zeit?

Beide Kurse (Sportbootführerschein Binnen und den Sportbootführerschein See) als Kombinationskurse zur selben Zeit bieten wir ebenso wenig wie Wochenend- oder Crash-Kurse an. Nämlich nie! Wir halten solche Ausbildung für unseriös. Bedeutungen von Schifffahrtszeichen und Signalen, sowie die Lichterführung im Binnenbereich können im Küsten- und Seebereich vollkommen andere Bedeutung haben. Für einen nachhaltigen Lernerfolg empfehlen wir den Sportbootführerschein Binnen vor dem Sportbootführerschein See zu machen. Segeln ist eine Ergänzung zum SBF Binnen und ist ein “Handwerk” zu dem viel Praxisausbildung gehört.

Sportbootführerschein Online-Kurs

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen einen Online-Kurs zu buchen, sollten Sie sich im Vorfeld auch Gedanken machen, ob es das Richtige für Sie ist. Mit Absolventen von Online-Kursen, haben wir sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Leider jedoch, bis auf wenige Ausnahmen, selten gute. Manche nutzen diese Kurse um schnell und leicht einen Sportbootführerschein (See und/oder Binnen) zu erwerben. So die Werbung! Viele haben keinerlei Erfahrungen und eignen sich nur theoretisches Halbwissen an, das sie in der Praxis kläglich scheitern lässt.

Gehen Sie niemandem auf den Leim

Wenn Sie eine Bootsfahrschule besuchen bekommen Sie für Ihr Geld eine solide Ausbildung, einen Ansprechpartner vor Ort und Hilfestellung bei offenen Fragen bis hin zur Prüfungsanmeldung. Heute kann man sich online auf die Prüfung vorbereiten, als Ergänzung zum besuchten Unterricht.  Kein Online-Lehrer oder Lehrbuchautor wird Ihnen auch nur eine Frage hinreichend beantworten. Betreiber dieser Online-Yachtschulen möchten Ihnen immer zu neuen, kostenpflichtigen Onlinevideos raten, die sie bei ihnen zu buchen oder wiederholen können sobald ihr Abo abgelaufen ist.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gibt folgende Empfehlungen zum Erlangen von Sportbootführerscheine:

“Eine gute Ausbildung erfordert einen ausreichenden Zeitaufwand, um einen systematischen Lernprozess erfolgreich abzuschließen. Ausbildungsstätten, die weder über qualifizierte Ausbilder noch über fachgerechtes Ausbildungsmaterial verfügen, bereiten Ihre Schüler oft in sogenannten Schnellkursen durch einfaches Auswendiglernen vor. Um ein Sportboot sicher und ordnungsgemäß zu führen, bedarf es sowohl theoretischer als auch praktischer Kenntnisse, als auch praktischer Fähigkeiten. Beides muss vor Ablegung der Prüfung in einer fachgerechten Ausbildung erworben werden. Daher kann es nicht darum gehen, das Prüfungswissen in möglichst kurzer Zeit durch das Auswendiglernen der Antworten-Vorschläge zu erlangen. Das Wissen muss erlernt werden und nach der Ausbildung auch verstanden werden. Nur dann ist sichergestellt, dass sich der Bewerber nach Ablegung der Prüfung als Teilnehmer im Schiffsverkehr und als Führer eines Sportbootes richtig und ordnungsgemäß verhalten kann.”

Sportbootführerschein – amtliche Prüfung

Von Ihrem/Ihrer Fahrlehrer/-in erfahren Sie, wann und wo die Prüfung abgelegt werden kann, wie man sich dazu anmeldet und wo die Prüfung stattfindet.  Beim Sportbootführerschein Binnen kann Theorie und Praxis auch innerhalb eines Jahres getrennt voneinander abgelegt werden. Die theoretische und praktische Prüfung findet beim Sportbootführerschein See am selben Tag statt. Die Praxisprüfung dauert zwar nur wenige Minuten, aber um alle Manöver sicher zu beherrschen benötigen Sie erfahrungsgemäß 3-5 Motorbootfahrstunden. Diese sollten Sie möglichst frühzeitig vor der Prüfung planen und wahrnehmen, um bei verschiedenen Wetter- und Seegangs-Bedingungen geübt zu haben.

Wissen statt Bulimie-Wissen

In der Prüfung für Binnen und See müssen die Antworten im Multiple Choice-Verfahren angekreuzt werden. Von vier Antworten ist immer nur eine Antwort richtig. Viele Antworten unterscheiden sich nur in Details. Für Nicht-Muttersprachler stellt sich das oft als sehr problematisch dar. Selbst für Muttersprachler ist das nicht einfach. Durch ständiges Wiederholen und Üben ist es möglich nicht nur das Kurzeitgedächtnis zu trainieren, sondern auch ein Verständnis für diese Thematik zu entwickeln und im Bewusstsein zu speichern. Der terrestrischen Navigation mit Seekarten kommt seit der letzten Führerscheinreform 2012 im Sportbootsführerschein See eine größere Bedeutung zu. Die 15 Navigationsaufgaben mit allen Kniffs und Tricks kann man nicht in zwei Stunden Navigationsunterricht lernen. Dazu bedarf es vieler praktischer Übungen und nützlicher, anschaulicher Hinweise.

Sportbootführerschein online – mit praktischer Ausbildung

Wenn Sie denken dass Betreiber von Online-Kursen über 100 Fahrlehrer oder Schulen in der gesamten Bundesrepublik Deutschland getestet und für gut befunden haben, so sollten Sie das sehr genau hinterfragen. Lassen Sie sich mal einen Test durch einen Onlinekurs-Anbieter von einer Yacht- oder Bootsfahrschulen nachweisen! In der Realität sieht das Ganze anders aus. Sie rufen einen Bootsfahrschule in Ihrer Nähe an und vereinbaren einen Termin. Von einer  Überprüfung durch die  Onlinekurs-Betreiber bezüglich der Qualität der Ausbilder, den Zustand der Fahrschulboote, der Sicherheitsausrüstung und so weiter, wissen diese in aller Regel nichts. Selbst telefonischen Kontakt zwischen Onlineanbieter und Schulen hat es im Vorfelde nie gegeben!

Sportbootführerschein – international anerkannt

Gemäß der Resolution Nr. 40 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen enthalten die deutschen Sportbootführerscheine das Internationale Zertifikat. Das Internationale Zertifikat wurde in Deutschland am 1.10.99 und am 1.4.2000 eingeführt. Die deutschen Führerscheine wurden nicht nur in der Europäischen Union, sondern weltweit anerkannt.

Nicht jeder ausländischer Bootführerschein wird in Deutschland anerkannt. Besitzer eines ausländischen Führerscheins dürfen bis zu 12 Monate in Deutschland ein Boot oder eine Yacht führen. Sie müssen ihren ständigen Wohnsitz im Ausland nachweisen können, sonst dürfen sie kein Boot in der Bundesrepublik fahren. Für Deutsche mit ständigem Wohnsitz im Ausland gelten die Vorschriften des Landes, in dem sie ihren ständigen Wohnsitz genommen haben. Sie müssen sich auch mehr als 180 Tage pro Jahr dort aufhalten.

Fachkundenachweis für Seenotsignalmittel (Pyroschein)

Geraten Sie einmal im Küstenbereich oder auf  Hoher See in Seenot, so müssen Sie in der Lage sein sich bemerkbar zu machen und einen Hilferuf abzusetzen oder zu signalisieren. Hierbei kommen in aller Regel Fallschirmraketen zum Einsatz. Andere Signalmittel sind Rauchtöpfe, Handfackeln, Wasserfärbemittel bis hin zur Signalpistole. Auf Charterbooten sind diese Signalmittel vorgeschrieben. Für den Erwerb pyrotechnischer Seenotsignalmittel hat der Gesetzgeber einen Fachkundenachweis vorgeschrieben “Fachkundenachweis für Seenotsignalmittel”  (Pyroschein). Im Notfall darf sie natürlich jedermann abfeuern, unabhängig vom Besitz eines Fachkundenachweis, wenn es die Sicherheit von Leib und Leben erfordert.

Bodenseeschifferpatent und Hochrheinpatent

Inhaber der Sportbootführerschein Binnen oder See dürfen auf Antrag bei einer der Landratsämter in Konstanz, Lindau oder Friedrichshafen für 4 Wochen im Jahr auf den Bodensee fahren. Die Gebühr für die Anerkennung beträgt z.Z. 24,- Euro. Das sogenannte “Ferienpatent” ist auf www.Bodenseekreis.de  zu beantragen. Die Bodenseeschifferpatente A und D (Kategorie A Fahrzeuge mit Maschinenantrieb über 4,4 kW / 6 PS Kategorie D Segelfahrzeuge mit einer Segelfläche über 12 m²) können dann sinnvoll sein, wenn man länger als 4 Wochen auf dem Bodensee unterwegs sein möchte.

Der Rhein zwischen Öhningen-Oberstaad und Schaffhausen wird “Hochrhein” genannt. Diese Rheinstrecke ist – geographisch gesehen – kein Teil des Bodensees mehr, wird jedoch verkehrsmäßig und den Vorschriften nach dem Bodensee zugeteilt. Für diese “Hochrhein”-Strecke wird ein gesondertes Schifferpatent verlangt, das sog. “Hochrheinpatent”. Das Hochrheinpatent besteht aus einer theoretischen und praktischen Prüfung, welche beide in Öhningen vor Ort abgenommen werden. Die theoretische Prüfung kann nicht im Rahmen der allgemeinen Prüfung für das Bodenseeschifferpatent abgelegt werden. Für das Hochrheinpatent kann kein anderer Befähigungsnachweis anerkannt werden. Ebenso kann für diese Strecke kein Ferienpatent erteilt werden.

Charterbescheinigung

Das führerscheinfreie Führen von Sportbooten, der sogenannte Charterbootverkehr, ist auch auf deutschen Wasserstraßen möglich. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat entsprechend geeignete Wasserwege in ausgewählten Seen und Flüssen frei gegeben. Für Hausboote reicht eine sogenannte Charterbescheinigung aus, die von dem Charterbootunternehmer nach einer ausführlichen Einweisung im Umgang mit dem Boot und dem in Frage kommenden Fahrtgebiet ausgestellt wird. Die Charterbescheinigung ersetzt nicht den Sportbootführerschein-Binnen. Sie gilt nur für das in ihr bezeichnete Binnengewässer und nur für die jeweilige Mietzeit.

Umtausch alter Sportbootführerscheine

Wer noch alte Sportbootführerschein-Ausweise besitzt, die noch nicht die Bezeichnung “Internationales Zertifikat für Führer von Sport- und Freizeitfahrzeugen” tragen, der kann diese gegen die aktuellen Führerscheinformulare eintauschen, unter der Bedingung, dass die übrigen Ausstellungsvoraussetzungen vorliegen. Dies erleichtert die Anerkennung von deutschen Sportbootführerscheinen in den europäischen Staaten, die neben Deutschland eine entsprechende Vereinbarung über ein “Internationales Zertifikat für Führer von Sport- und Freizeitfahrzeugen” unterzeichnet haben. Nähere Informationen gibt es beim Deutschen Motoryachtverband oder dem Deutschen Segler-Verband.

Funkzeugnisse

Seit dem 01.10.2011 werden die Prüfungen zum Erwerb eines Funkbetriebszeugnisses für den Seefunkdienst (SRC und LRC) im Antwort-Auswahl-Verfahren durchgeführt. Gleichzeitig ist der Prüfungsfragenkatalog um ein Drittel in seinem Umfang reduziert sowie die in den Prüfungen verwendeten Prüfungsbögen entsprechend verschlankt worden.